SPD vor Ort: Informationen und Diskussion zum Standortgutachten Grundschule

SPD/ld

Bürgergespräch zum Standort der künftigen Grundschule

Mit dem am 30. Juli im Marktgemeinderat präsentierten Gutachten zum künftigen Standort der Grundschule, liegen den Gemeinderäten nunmehr konkrete Empfehlungen vor. Um auch die Stockstädter Bürger zu informieren und deren Meinungen und Anregungen in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, lud der SPD-Ortsverein Vertreter der Schulen und der Elternbeiräte sowie zahlreicher Vereine, zu einer Diskussionsveranstaltung in den Goldenen Engel ein.

Nahezu 50 Teilnehmer waren gekommen, mehr ließen die Corona-Bestimmungen leider nicht zu.
In seiner Begrüßung machte SPD-Gemeinderat und 2.Bürgermeister Dieter Trageser deutlich, dass es darum gehe, die beste Lösung für den Grundschulneubau zu finden. Es gelte, für die endgültige Standortentscheidung größtmögliche Akzeptanz auch bei den Bürgern zu erreichen. Dafür seien Transparenz und umfassende Informationen Voraussetzung. Dazu wolle die SPD mit dieser Veranstaltung beitragen. Diese Aufgabe übernahm an diesem Abend Thomas Barko, ebenfalls Mitglied der SPD-Fraktion im Gemeinderat.

Bereits im Wahlkampf ein Thema

Zu Beginn seiner Ausführungen erinnerte er daran, dass die Diskussion um den Standort bereits im Wahlkampf auf reges Interesse gestoßen war. Die SPD hatte sich frühzeitig für einen Standort an der Mittelschule ausgesprochen und dafür zahlreiche Argumente angeführt. Auch die anderen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen hatten im Vorfeld mit ihrem favorisierten Standort um Stimmen geworben. Dass die damit verbundenen Aussagen nicht immer den Kern der Sache trafen, mag wohl dem Wahlkampf geschuldet gewesen sein. Doch nunmehr sei es notwendig die zu treffende Standortentscheidung auf belastbare Beine zu stellen.
In den Diskussionen mit den Bürgern sei es neben dem zentralen Thema, eine zeitgemäße Schule am besten Standort zu errichten, auch um den Erhalt der historischen Schulgebäude gegangen. Ebenso um die Nachnutzung des heutigen Schulgeländes, sowie um eine sichere und effiziente Verkehrsanbindung,um den Anforderungen der nächsten siebzig Jahre gewachsen zu sein.

Gutachten: Drei Standorte in engerer Wahl

Umso gespannter waren die Erwartungen an das Ergebnis des Gutachtens. Dies stand dann auch im Mittelpunkt seiner Präsentation. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, erläuterte Barko die Methodik, mit der das Planungsbüro an das Thema heranging, und stellte dann die fünf untersuchten Standorte vor, ohne deren Vor- bzw. Nachteile persönlich zu bewerten.
Bereits bei der Präsentation im Marktgemeinderat war klar, dass zwei Standorte nicht weiterverfolgt würden, da die dafür benötigten Grundstücke im Bereich Dreispitz nicht Eigentum der Gemeinde sind. Allein wegen des damit verbundenen planerischen Aufwands wäre das Bauvorhaben dort um Jahre verzögert worden. Insofern war die Aufmerksamkeit auf die drei verbliebenen Standorte gerichtet: den bisherigen Standort an der Schulstraße, einen Standort in Nachbarschaft zum Waldschwimmbad und einen Standort (mit drei Varianten) an der Mittelschule.

Standort Mittelschule präferiert

Letzten Endes setzte das Planungsbüro in seiner abschließenden Bewertung den Standort an der Mittelschule auf Platz 1.
Die Begründung im Wortlaut: „Dieser Standort überzeugt hinsichtlich der Standorteignung. Aufgrund der günstigen Gegebenheiten ist die Grundschule hier am besten realisierbar und dient der Stärkung des Standorts als „Schuladresse“. Die Konzentration schulischer Nutzungen ermöglicht hier Synergien mit der Mittelschule (Ersatz der sanierungsbedürftigen Turnhalle), der Frankenhalle für Vereins-/Freizeitsport und den Einrichtungen der Kinderbetreuung.“
Auf Platz 2 folgt der Standortvorschlag Waldschwimmbad und auf Platz 3, der bisherige Standort an der Schulstraße.

Synergien mit Vereinssport

Für die sich anschließende Diskussion war die Darstellung des Flächen- und Raumprogramms von besonderem Interesse. Barko verwies darauf, dass es sich bei den Planungsansätzen um eine erste Grobplanung handele. Die detaillierte Planung müsse erst noch durch ein Architekturbüro erfolgen.
Wie wichtig diese aber sei, so Barko, zeige sich vor allem bei der Gestaltung und den sich erschließenden Möglichkeiten der Nutzung der Sportanlagen. Hier seien auch die Schnittstellen zu den Vereinen entsprechend zu bewerten. So würde ein Lehrschwimmbecken auch Synergien für Kindergärten und -krippen, bzw. für Seniorenschwimmen oder Übungen der Wasserwacht bieten. Sinnvoll sei eine Doppelsporthalle, da die aktuelle Halle am Standort Mittelschule eine dringende Sanierung benötige.

Fragen und Anregungen

Im anschließenden Dialog ging es vor allem auch um diese Thematik. Fragen und Anregungen zur Hallengröße, zur Aufteilung der Halle bei zeitgleicher Mehrfachnutzung der Doppelsporthalle oder zur Koordination bei der Belegung, gingen mitunter bereits ins Detail oder ermunterten zu weitergehenden Wünschen, wie die Schaffung zusätzlicher Vereins- oder Lagerräume.
Kritisch gesehen wurde von zwei Teilnehmerinnen u.a. die räumliche Nähe von Grund- und Mittelschule und die gemeinsame Nutzung beispielsweise der Sporthalle. Hier seien in Abstimmungsfragen Konflikte zwischen Grund- und Mittelschule zu erwarten. Konflikte mit Badegästen bei der Verkehrsanbindung sahen zwei andere Teilnehmer dafür am Standort Waldschwimmbad. Sie favorisierten die Flächen an der Mittelschule mit der bereits bestehenden Busverbindung. Auch die Frage der Parkmöglichkeiten wurde in diesem Zusammenhang angesprochen.

Aufwertung durch neue Nutzung

Unter dem Stichwort „Alte Schule – neue Nutzung“ wurde schließlich noch eine Ideenrunde eingeleitet, die sich um die künftige Gestaltung des Standorts an der Schulstraße drehte, sollte dieser für die neue Grundschule nicht realisiert werden. Hier verspricht man sich in diesem Fall eine Aufwertung mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Ideen der Teilnehmer reichten von einem Naherholungsgebiet in Verbindung zur Gersprenz über Raum für neue Wohnkonzepte bis zu Einrichtungen der Nahversorgung oder einem zentralen Ärztehaus.

Entscheidung fällt im Marktgemeinderat

Alles in allem erbrachte die Veranstaltung zahlreiche Anregungen und Meinungen, die es nun innerhalb der SPD-Fraktion zu diskutieren und zu bewerten gilt, bevor in wenigen Wochen über den endgültigen Standort der neuen Grundschule im Marktgemeinderat entschieden werden wird.
Mit dem Dank von Dieter Trageser an die Teilnehmer für eine offene und immer sachliche Diskussion endete der offizielle Teil der „SPD vor Ort“-Veranstaltung. In manch Einzelgesprächen ging jedoch der Meinungsaustausch weiter, und der ein oder andere nutzte die Veranstaltung, um den Abend bei einem kühlen Getränk ausklingen zu lassen.

Ihre Meinung ist uns wichtig.

Wir möchten auch weiter mit Ihnen im Gespräch bleiben. Da die Veranstaltung am 8. September Corona-bedingt nur mit einer eingeschränkten Teilnehmerzahl möglich war, wollen wir den Dialog mit allen Stockstädter Bürgerinnen und Bürgern fortsetzen.

Senden Sie uns ihre Fragen, Anregungen oder Kommentare. Wir werden an dieser Stelle und auf Facebook weiter berichten.

Unsere Mailadresse: grundschule@spd-stockstadt-main.de

Gemeinderat: Grundschulgutachten für Standort Mittelschule

Grundschulgutachten: Stockstädter SPD sieht sich bestätigt
Standort an der Mittelschule punktet u.a. mit zentraler Lage und Synergien

Der beste Standort für die neue Grundschule in Stockstadt ist das Gelände zwischen Mittelschule und Frankenhalle. Das ist das Ergebnis eines neutralen Gutachtens, das am 30. Juli im Gemeinderat vorgestellt wurde.

Für diesen Standort sprechen danach in erster Linie die zentrale Lage, mögliche Synergien mit den dort bereits bestehenden Einrichtungen und Aspekte der langfristigen Entwicklung der Marktgemeinde.

Die Stockstädter SPD fühlt sich durch dieses Ergebnis in ihrer Präferenz für diesen Standort bestätigt. „Alle unsere Argumente der vergangenen Monate haben sich als berechtigte und wichtige Kriterien bei der Standortauswahl herausgestellt“, bewertete der Fraktionssprecher im Marktgemeinderat, Wolfgang Ackermann, das Gutachten.

Außer dem Bereich an der Mittelschule wurden der bisherige Standort an der Schulstraße, eine Fläche in Nachbarschaft zum Schwimmbad und zwei Grundstücke im Bebauungsbereich Dreispitz begutachtet, die beide jedoch am schlechtesten benotet wurden und als mögliche Standorte kaum Realisierungschancen besitzen.

Hinter dem Standort Mittelschule und dem Gelände am Schwimmbad fand sich der aktuelle Grundschulstandort nur auf Platz 3 wieder. Diese Bewertung des derzeitigen Platzes an der Schulstraße sei auch eine Absage an eine mehrjährige Unterbringung der Schüler und Lehrer in Containern, so Ackermann. Zudem böte das Gelände, nach einem Umzug der Grundschule, der Marktgemeinde dort Chancen für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Gemeinde. Außerdem hätten sich die Verkehrsbelastung im Bereich Schulstraße und die im Vergleich höchsten Kosten für diese Variante als nachteilig erwiesen.

„Es muss das Ziel aller Beteiligten sein, für die nächsten Jahrzehnte unseren Grundschulkindern die besten Lern- und Bildungsvoraussetzungen zu schaffen und dazu sei ein neuer Standort die erste Weichenstellung“, so Ackermann mit Blick auf die Bedeutung der im Herbst im Gemeinderat zu treffenden Entscheidung. Bis dahin werden sich die Fraktionen in den nächsten Wochen beraten.

Die Beauftragung eines Gutachtens war von allen drei im Maktgemeinderat vertretenen Parteien im Dezember 2018 beschlossen worden. Im vergangenen Jahr vergab die Gemeinde den Auftrag an die Landschaftsarchitekten.Stadtplaner GmbH "arc.grün" in Kitzingen.